Stadterfahrungen
Experiences of the City ist eine fortlaufende Beobachtung alltäglicher städtischer Räume, öffentlicher Infrastruktur und der Spuren, die das alltägliche Leben hinterlässt. Die Arbeiten bewegen sich zwischen Straßenpollern, beleuchteten Werbekästen, verlassenen Fabriken, Online-Spitznamen und handschriftlichen Nachrichten, die Arbeiter hinterlassen. Auch wenn diese Themen nichts miteinander zu tun zu haben scheinen, zeichnen sie insgesamt auf, wie Menschen ihre Präsenz in der Stadt verstehen, nutzen und verlassen.
Ich konzentriere mich oft auf Elemente, die klar definierte Funktionen haben, aber visuell übersehen bleiben. Poller werden installiert, um Fahrzeuge zu kontrollieren und den Raum zu unterteilen, während ihre Kratzer und Einschlagspuren die wiederholte Reibung zwischen menschlicher Bewegung und städtischer Ordnung registrieren. Werbeleuchtkästen verändern weiterhin das Erscheinungsbild von Straßen und Fußgängern, auch wenn ihre Werbebilder verschwunden sind. In verlassenen Fabriken gefundene Schriften bewahren Spuren von Arbeitern, die einst dort arbeiteten, sich ausruhten und kommunizierten.
Die Serie befasst sich auch mit der Bewegung zwischen physischen und digitalen Identitäten. In „Jeder hat einen Online-Spitznamen“ wird ein Spitzname zu einem neuen Namen, der beim Betreten des Online-Bereichs gewählt wird. Es verbirgt Aspekte der Offline-Identität einer Person und offenbart gleichzeitig, wie sie sich vorstellen und präsentieren möchte. Das städtische Leben erstreckt sich daher über Straßen, Gebäude und Arbeitsplätze hinaus in Räume, die durch Bildschirme, Berichte und Informationen strukturiert sind.
Durch das Fotografieren und Neuorganisieren dieser Themen nähere ich mich der Stadt als einer Oberfläche, die kontinuierlich beschrieben und überschrieben wird. Planung, Kommerz und Produktion weisen Räumen ihre ursprünglichen Funktionen zu, während alltägliche Handlungen sie verändern und Kratzer, Worte, Gesten und temporäre Nutzungen hinterlassen. Durch diese kleinen Begegnungen nimmt städtische Erfahrung Gestalt an: wie sich ein Körper um ein Hindernis bewegt, wie ein Satz an einer Wand hängen bleibt, wie künstliches Licht die Nacht verwandelt und wie eine Person einen anderen Namen für sich selbst wählt.




