Leben am Stadtrand
Teil der Serie 36 Kilometer: Von zu Hause zur Arbeit
- Medium
- Fotografie
- Maße
- Abmessungen variabel
Living at the Edge wurde in einem großen Wohnviertel am Stadtrand von Guangzhou fotografiert, einer Gegend, die oft als „schlafende Stadt“ bezeichnet wird. Da es weit vom Stadtzentrum entfernt liegt, verfügt es über eine relativ geringe Bevölkerungsdichte und günstigeren Wohnraum. Jeden Morgen brechen zahlreiche Einwohner zur Arbeit in die ganze Stadt auf und kehren abends zurück. Als ich zum ersten Mal dorthin zog, verstand ich darunter auch vor allem einen Randraum, der zum Wohnen und Schlafen gedacht war.
Im Laufe der Zeit fühlte sich der Begriff „schlafende Stadt“ jedoch zunehmend unzulänglich an. Aus städtebaulicher und innerstädtischer Sicht nimmt der Bezirk die Peripherie ein. Für diejenigen, die dort leben, ist es der Schauplatz des Alltags. Zwischen Wohnblöcken, Straßen, Geschäften, unbebautem Land und temporären Strukturen arbeiten Menschen, ruhen sich aus, ziehen Kinder auf, bauen Beziehungen auf und schaffen ihre eigenen Formen der täglichen Ordnung.
Ich begann damit, den Vorort tagsüber zu fotografieren: sich wiederholende Wohntürme, breite und dünn besiedelte Straßen, Land, das auf die Entwicklung wartet, sich verschiebende Grenzen zwischen städtischer Bebauung und ländlichem Raum sowie vorübergehende Spuren von Anbau, Trocknung von Kleidung, informellem Handel und Ruhe. Diesen Szenen mangelt es an Dichte und Spektakel, die man mit dem Stadtzentrum verbindet, und sie kommen selten in dominanten Darstellungen von Guangzhou vor, dennoch unterstützen sie das tägliche Leben einer großen Bevölkerung.
Das Fotografieren dieser Gegend veränderte nach und nach mein Verständnis der Stadt. Eine Stadtgrenze ist nicht einfach eine feste Linie auf einer Karte. Es zeigt sich durch veränderte Landnutzung, unterbrochene Infrastruktur, Pendelentfernungen und die vorübergehende Art und Weise, wie Menschen Raum beanspruchen. Ausgehend von diesen gewöhnlichen Landschaften untersucht „Living at the Edge“, wie sich die Stadt ausdehnt und wie sich das alltägliche Leben in Räumen fortsetzt, in denen die Planung unvollständig ist und das Verhältnis zwischen städtischen und ländlichen Bedingungen noch verhandelt wird.
















