Nacht am Stadtrand
Teil der Serie 36 Kilometer: Von zu Hause zur Arbeit
- Medium
- Fotografie
- Maße
- Abmessungen variabel
Night on the Urban Fringe wurde in einem großen Wohnviertel am Stadtrand von Guangzhou fotografiert. Das Gebiet ist dicht mit Wohnhäusern bebaut und verfügt nur über sehr wenige öffentliche Bereiche, in denen sich die Bewohner versammeln oder aufhalten können. In der Nähe der Wohnanlage verläuft ein Fluss, am gegenüberliegenden Ufer steht noch ein Dorf. Tagsüber erscheint es als gewöhnliche Wasserstraße an der Grenze zwischen städtischem und ländlichem Raum. Nachts wird es allmählich zu einem gemeinsamen Schauplatz des Alltagslebens.
Wenn Pendler von der Arbeit zurückkehren und die Straßenlaternen angehen, versammeln sich die Menschen entlang des Flusses. Manche gehen mit ihren Hunden spazieren oder trainieren, Kinder rennen über das offene Gelände, Verkäufer bauen provisorische Stände auf, während andere einfach sitzen und sich ausruhen. Die meisten bleiben nur für kurze Zeit, kommen zu unterschiedlichen Zeiten an, kreuzen sich und gehen schließlich wieder weg.
Das Gebiet verfügt über wenige formelle Parkanlagen und keine klar vorgeschriebene Art der Nutzung. Die Bewohner passen das Flussufer, den Straßenrand und das unbebaute Gelände an ihre unmittelbaren Bedürfnisse an und verwandeln sie vorübergehend in Orte zum Spazierengehen, Spielen, Handeln und Ausruhen. Durch diese wechselnden Besetzungsformen erhält ein undefinierter Randraum einen vorübergehenden öffentlichen Charakter.
Beim Fotografieren des Bereichs stellte ich ihn mir oft wie eine jeden Abend aufgebaute Bühne vor. Künstliches Licht erzeugt kleine Sichtzonen, in die Figuren eindringen und wieder verschwinden. Ihre kurzen Anwesenheiten häufen sich und verleihen dem Ort eine ganz eigene Nacht. Die Arbeit beobachtet, wie Alltagsleben in einer ungeplanten Umgebung konstruiert wird und wie öffentlicher Raum immer wieder durch gewöhnliche Besetzungshandlungen produziert wird.































