Projekt2021

Suche nach Frauen in Online-Gruppenfotos

Teil der Serie Bildreproduktion

Medium
Sonstiges
Maße
Abmessungen variabel

Die Suche nach Frauen in Online-Gruppenfotos begann mit einem zufälligen Moment bei der Arbeit. Eines Tages erhielt ein Kollege ein Foto eines geladenen Gastes für eine Veranstaltung. Es stellte sich heraus, dass es sich bei dem Bild um ein Gruppenporträt handelte, und der Absender musste angeben, welche Frau auf dem Foto der Gast war. In diesem Moment fiel mir das Bild auf: Die Gruppe bestand fast ausschließlich aus Männern, und die Frau stach gerade dadurch hervor, dass sie so sichtbar isoliert wirkte.

Dadurch fiel mir auf, dass in vielen öffentlich verbreiteten Bildern von Führungsgruppen, Führungsteams und institutionellen Veranstaltungen Frauen nicht ganz fehlen, sondern oft nur in sehr geringer Zahl auftauchen. Anschließend suchte ich online nach einfachen Schlüsselwörtern wie „Führungsgruppenfoto“ und sammelte Bilder von Unternehmen, Organisationen, internationalen Institutionen und öffentlichen Veranstaltungen. Keines dieser Fotos wurde von mir gemacht; Sie kursierten bereits online als standardisierte Darstellungen von Autorität und Professionalität.

Bei der Bearbeitung der Bilder habe ich die männlichen Figuren verdeckt und nur die Gesichter der Frauen sichtbar gelassen. Individuen, die ursprünglich in eine kollektive Struktur eingebettet waren, wurden stärker in den Fokus gerückt. Bei der Arbeit geht es nicht darum, bestimmte Frauen zu identifizieren, sondern durch einen einfachen visuellen Eingriff ein bekanntes Geschlechterungleichgewicht neu sichtbar zu machen.

Searching for Women in Online Group Photographs untersucht Machtstrukturen in Bildern sowie den Akt des Suchens selbst. Wenn Frauen in einem von Männern dominierten Feld angesiedelt werden müssen, offenbart dieser Akt der Identifikation bereits einen sozialen Zustand. Die Arbeit verwendet gefundene Online-Bilder als Material und reflektiert das Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern am Arbeitsplatz, in Institutionen und in der öffentlichen Repräsentation sowie darüber, wie visuelle Erfahrungen ein solches Ungleichgewicht sofort wahrnehmbar machen können.