Ecken, in denen sich Sanitärarbeiter ausruhen
Teil der Serie 36 Kilometer: Von zu Hause zur Arbeit
- Medium
- Fotografie
- Maße
- Abmessungen variabel
In der Vorstadtgemeinde von Guangzhou, in der ich mehrere Jahre lang lebte, hatten viele Sanitärarbeiter keinen ausgewiesenen Pausenraum. Sie ruhten oft in Treppenhäusern, Tiefgaragen, neben Mauern oder unter Bäumen. Durch die wiederholte tägliche Nutzung wurden Orte, die nie zum Ausruhen gedacht waren, nach und nach zu informellen Ruheecken.
Ich ging jeden Tag an diesen Orten vorbei, ohne ihnen große Aufmerksamkeit zu schenken. Erst als ich mich auf den Umzug vorbereitete, wurde mir klar, dass diese übersehenen Ecken die Verteilung des städtischen Raums aufzeichneten und zeigten, wo verschiedene Körper bleiben dürfen.
Die Serie konzentriert sich auf Momente, in denen die Arbeit kurzzeitig unterbrochen ist: Hinsetzen, Warten und Wiederherstellen der körperlichen Stärke. Wenn die Arbeit eines Arbeiters ständig von der Stadt gefordert wird, während seine Ruhe nur in einem Treppenhaus, einer Garage oder einer versteckten Ecke stattfinden kann, offenbart der Raum selbst seine Position im städtischen Leben. Ob ein Stuhl bereitgestellt werden kann, ob ein Körper ruhig bleiben darf und ob der Ruhe ein anerkannter Ort gewährt wird, definieren alle Grenzen innerhalb der Stadt. Anhand dieser kleinen und spezifischen Orte untersucht die Arbeit die Beziehung zwischen Arbeit, Ruhe und der Verteilung des städtischen Raums.