Projekt2021

Menschen, die mir ähnlich sehen

Teil der Serie Bildreproduktion

Medium
Andere
Maße
Abmessungen variabel

People Who Look Like Me begann mit Bildern, die mir wiederholt von Freunden geschickt wurden. Von Zeit zu Zeit begegneten sie einer Person – online oder im Alltag – und schickten mir ein Foto mit der Aufschrift: „Diese Person sieht genauso aus wie Sie.“ Anfangs schien es ein privater Scherz zu sein, aber als sich immer mehr dieser Bilder anhäuften, begann ich, sie ernsthafter zu sammeln und zu ordnen.

Die Bilder stammen aus sehr unterschiedlichen Kontexten. Einige stellen Physiker dar, andere sind Taobao-Models oder Schauspieler, während andere in Fahndungsanzeigen oder Belohnungsplakaten für kriminelle Verdächtige auftauchen. Diese nicht verwandten Personen werden aufgrund einer wahrgenommenen Ähnlichkeit in Gesichtszügen, Gesichtsausdruck oder allgemeinem Erscheinungsbild zusammengeführt. Hier ist Ähnlichkeit keine messbare Tatsache, sondern ein subjektives, instabiles und wechselndes Urteil.

Ich füge diese Fotografien zusammen und zeichne die Berufe und sozialen Rollen auf, die mit jeder Person verbunden sind. Als sich das Material ansammelte, wurde mir klar, dass diese sogenannten Doppelgänger eine Reihe projizierter Doppelgänger bilden. Sie nehmen völlig unterschiedliche soziale Positionen und Lebensverläufe ein, werden jedoch durch einige visuelle Ähnlichkeiten vorübergehend mit mir in Beziehung gesetzt.

Die Arbeit versucht nicht zu beweisen, wer mir wirklich ähnelt. Stattdessen behandelt es die Ähnlichkeit selbst als eine Art des Sehens. Das Gesicht einer Person ist in den Augen anderer nie ganz stabil; es ist ständig mit Erinnerung, Erfahrung und Stereotyp verbunden. Durch das Sammeln dieser Doppelgänger untersucht das Projekt, wie Identität im Zeitalter der Bilder fragmentiert, repliziert und falsch erkannt werden kann und wie eine Person durch den Blick anderer immer wieder auf Versionen ihrer selbst trifft.